
Ihr lernt jetzt eine Sache kennen, Die wir mal "Stadtteilzentrum" nennen.
In einem Stadtteil ziemlich groß Man selber kennt die Hälfte bloß
Denn eh man eine weit entfernte Seite sah und kennenlernte
Da hatte man bestimmt indessen Die andre Seite fast vergessen.
Drum war der Stadtrat außerstande Sein Werk zu tun im ganzen Lande
Hat er doch schließlich auch alleine Im Höchstfall nur 2 Hände, Beine.
Und merkte dabei lange schon: "Da droht'ne Emanzipation!
Die Leute dort sind kaum zu fassen Und tun, was wir so gerne lassen
Uns um die echten Wünsche scheren - Nein - sowas will ich nicht vermehren!"
Und denkt sich: "Ja - ein Management Wie man es aus der Wirtschaft kennt
Und 100 000 an Tandjemen Die wir nicht haben, doch vergeben
An Architekt und Baufirma - Die allerdings, die hab'n wir ja
In unsrer Mehrheitsratsfraktion Das allerdings, das kennt man schon.
So wird im größten Stadtbezirke Man zügig spür'n, daß ich hier wirke ...
Und seh' die Großen und die Kleinen Schon alle tüchtig auf den Beinen
Ins Stadtteilzentrum Schritt für Schritt Die Frauen, Männer, Kinder mit
Und am Rollator auch die Alten Bemüht, annäh'rnd mitzuhalten
Beim Run auf diese Wahlgeschenke." Ein Schelm, der da was andres denke...
Nun ist das "Zentrum" eingeweiht Die Fotos der Begebenheit
Die zeigen mir, mich wundert's nich - Da blieb man ziemlich unter sich.
Und fürchte - und kenn' mich da aus, Das wird nicht viel mit diesem Haus.
Man hätte besser dran getan, - Die Chance allein, die ist vertan -
Sich an das was schon ist zu halten Und phantasievoll zu gestalten.
Denn das, was ist, wird angenommen Ist günstig und die Menschen kommen.
Es bleibt die Frage: wen das Neue Letztendlich nun denn noch erfreue?
Da fällt mir allerdings nur ein: Wer dran verdient hat - wohl allein.
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