
Der Pfarrberuf, der wär schon herrlich Wenn eins nicht wär - da bin ich ehrlich: Die Menschen, die in stetem Streben Mir Ruhe nehm'n in meinem Leben. Die setzen im Familiensinn Beim Sonntagsbraten sich mal hin Und überlegen fort und fort Wie man dem Pfarrer montags dort Mit Taufanmeldung und dem Kram Sein heil'gen Sonntag stören kann
Allein - ich wär nicht lang im Amt Hätt' ich das nicht schon längst erkannt Wie man als Diener unsres Herrn Sein Leben lebt und trotzdem gern
Hier also aus dem Amtserleben Ein ganz paar Tipps und Euch zum Segen:
Was immer ord'ntlich Wirkung zeigt - Das allerdings ist ziemlich leicht: Zeig Ihn'n wie schwer die Sorgenseelen Auch Dein Gemüt aufs Ganze quälen
So solltest Du, als Aspirant Auf gutes Leb'n in Pfarrers Amt Die Stirn in tiefen Sorgenfalten Genau so haben wie die Alten Und immer einen Schritt zu hastig Etwas nach vorn und kopfeslastig Durch Gottes lieb Gemeinde geh'n Schon danach wirst du ganz schnell seh'n: Daß Herz - und Mitleid sie ergreifen Und solche Worte in Ihn'n reifen: Ach je, was hat der arme Herr Doch hart zu tragen bittesehr Den Gottesmann seh' ich nur hetzen, Von einem zu dem andern wetzen. Da woll'n wir es mal gut sein lassen Und ihm nicht auch noch anzulasten Was alles unser Herz bedrückt Und hier und da uns nicht geglückt
Wenn diese Maßnahm'n sie nicht hindern Die Lebensqualität zu mindern Dann hab ich manche andre Sachen Im Ärmel noch, die Wirkung machen Und unsern Pfarrberuf begehrlich Ganz ohne Menschen - das ist herrlich!
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